Glossar
MVP (Minimum Viable Product)
Ein MVP (Minimum Viable Product) ist die kleinste Version eines Produkts, die echte Nutzer tatsächlich verwenden können, gebaut, um zu prüfen, ob die Idee funktioniert, bevor in den vollen Ausbau investiert wird.
Wofür ein MVP wirklich da ist
Ein MVP existiert, um Erkenntnis zu kaufen, nicht um eine billige erste Version zu sein. Seine Aufgabe ist es, die riskanteste Frage zum Produkt zu beantworten (wird es jemand nutzen, wird jemand zahlen, hält der Betrieb stand), mit so wenig Bauaufwand wie möglich. So beurteilt darf ein gutes MVP an den Rändern grob sein, solange die zentrale Antwort klar zurückkommt.
Wenn sich durch das, was das MVP zeigt, nichts ändern würde, ist es kein MVP; es ist nur ein kleines Produkt.
Der häufigste Fehler
Der häufigste Fehlschlag ist, das MVP als die volle Featureliste zu behandeln, die halbiert wurde. Das Ergebnis sind viele Funktionen, die jeweils halb funktionieren; kein Nutzer kann etwas Echtes abschließen, und der Test beweist nichts. Die Disziplin, die funktioniert, ist das Gegenteil: einen Arbeitsablauf wählen und ihn von Anfang bis Ende bauen, damit mindestens ein Nutzertyp eine echte Aufgabe vollständig erledigen kann.
Wie Cazullo das anwendet
Cazullo bemisst den Umfang eines MVP am betrieblichen Ergebnis, nicht an der Zahl der Funktionen. Die Frage, die Version eins definiert, lautet: Welcher einzelne Arbeitsablauf würde, über einen echten Tag hinweg, beweisen, dass dieses Produkt funktioniert? Alles, was dieser Ablauf braucht, kommt hinein; alles andere wartet auf Belege. Das ist ein kleineres Versprechen als eine lange Featureliste, und ein deutlich ehrlicheres.
